Geprüft/aktualisiert: · Quellen (8) · redaktionell recherchiert
Beim Thema Informieren und Warnen nennt die Kompakt-Checkliste des BBK vier Punkte: ein Radio, eine Warn-App, eine aufgeladene Powerbank und eine Telefonliste auf Papier. Wir fassen sie hier zusammen, erklären sie ruhig und geben Ihnen eine Prüfkarte zum Ausdrucken. Die Empfehlungen des BBK sind keine verbindliche Vorgabe; Sie entscheiden, was zu Ihrer Lage passt.
Das BBK schreibt auf seiner Ratgeber-Seite: „Unsere Empfehlungen sind jedoch keine verbindliche Vorgabe! Notfallvorsorge ist eine sehr individuelle Angelegenheit.“ Prüfen Sie deshalb, was für Ihre Situation angemessen ist. Die Betriebsanleitung Ihrer Geräte geht den Angaben auf dieser Seite vor.
Worum es auf dieser Seite geht – und worum nicht
Vorsorge hat viele Seiten. Das BBK deckt sie in seinem Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ und in den zugehörigen Kompakt-Checklisten ab. Wir greifen daraus bewusst nur einen Ausschnitt auf: wie Sie informiert bleiben und gewarnt werden. Dieser Ausschnitt passt zu unserem Thema, dem Radio, und wir können ihn mit amtlichen Quellen belegen. Alle weiteren Vorsorgethemen finden Sie im BBK-Ratgeber selbst; dort sind sie fachlich zuständig aufbereitet.
Der Ton dieser Seite orientiert sich am BBK: sachlich, ohne Zuspitzung. Jede Vorbereitung zählt, wie die Checkliste des BBK sagt, aber niemand muss alles auf einmal erledigen. Die Prüfkarte weiter unten lässt sich in Ruhe abarbeiten; danach genügt eine gelegentliche Kontrolle.
Warum gerade Information? Das BBK begründet es auf seiner Seite „In der Krise informiert sein“: Wenn Mobilfunknetz und Internet nicht funktionieren, fallen auch Warn-Apps und Handy-Warnungen aus. Wer dann kein anderes Gerät hat, erfährt womöglich nichts von Mitteilungen der Behörden. Ein Radio schließt diese Lücke, sofern der Sender sendet und das Gerät Strom hat. Warum ein Radio bei Stromausfall funktionieren kann und was Sie dabei beachten sollten, beschreibt die Seite Radio bei Stromausfall: So bleiben Sie informiert; die übrigen Erklär- und Problemseiten zum Gerät finden Sie im Kurbelradio-Ratgeber.
Die BBK-Checkliste: Block „Information/Kommunikation“
Die Kompakt-Checklisten des BBK sind nach Themen gegliedert. Der Block „Information/Kommunikation“ besteht aus vier Zeilen. Wir geben sie im Wortlaut wieder, damit Sie genau sehen, was das BBK schreibt. Die Einleitung der Checkliste lautet: „Ihre Bedürfnisse sind je nach Lebenssituation unterschiedlich. Dies sind allgemeine Hinweise für die Vorbereitung auf Notfälle und Katastrophen. Prüfen Sie, was für Ihre Situation angemessen ist.“
BBK-Checkliste, Block „Information/Kommunikation“ (Wortlaut)
Zum Ausdrucken: Strg + P (Windows) bzw. ⌘ + P (Mac). Die Druckansicht zeigt die Liste schwarz auf weiß mit Kästchen.
- Solar- oder batteriebetriebenes Radio inkl. Batterien oder Kurbelradio
- Warn-App installiert (wie NINA)
- Aufgeladene Powerbank
- Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier
Quelle: Checklisten des BBK (PDF), Stand: 15.10.2026, Checkliste des BBK, Datei vom 04.12.2025. Weitere Hinweise und die übrigen Themen der Checklisten: BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“. Maßgeblich sind die aktuellen Empfehlungen des BBK.
Was die vier Punkte im Alltag bedeuten
Radio inklusive Batterien oder Kurbelradio
Die erste Zeile nennt ein Solar- oder batteriebetriebenes Radio samt Batterien oder ein Kurbelradio. Gemeint ist ein Gerät, das ohne Steckdose läuft. Laut BBK funktionieren Auto- oder Kurbelradios sowie batteriebetriebene Radios bei einem Stromausfall, weil sie keinen Strom aus der Steckdose benötigen. Die Checkliste nennt weder eine Marke noch eine bestimmte Ausstattung; sie führt lediglich an, dass ein solches Radio bereitliegen sollte. Welche Ladewege es gibt, vergleicht die Seite Solar, Kurbel oder USB: So lädt man ein Notfallradio, und was in einem Kurbelradio steckt, erklärt Wie funktioniert ein Kurbelradio?.
Warn-App installiert
Die zweite Zeile nennt eine installierte Warn-App, als Beispiel NINA. Die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes liefert laut BBK Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes; Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen sind ebenfalls integriert. Eine Besonderheit: Die App warnt nur für die Orte und Gebiete, die Sie abonniert haben. Ohne Abonnement erhalten Sie laut BBK keine Warnung auf Ihr Smartphone. Die Meldungen lassen sich auch im Web unter warnung.bund.de einsehen. Die Installation allein reicht also nicht; das Abonnieren der Orte gehört dazu.
Aufgeladene Powerbank
Die dritte Zeile betrifft die Energie für das Smartphone. Mit einer Powerbank können Sie laut BBK bei Stromausfall zum Beispiel Ihr Mobiltelefon oder einen Laptop laden. Wichtig ist das Wort „aufgeladen“: Eine leere Powerbank hilft nicht. Zur Einordnung: Das Kurbeln am Radio liefert nur kleine Energiemengen, Generatoren haben Umwandlungsverluste. Eine geladene Powerbank ist deshalb die verlässlichere Reserve fürs Handy; das ist unsere redaktionelle Einordnung und keine Messung.
Liste wichtiger Telefonnummern auf Papier
Die vierte Zeile ist die unscheinbarste und vielleicht die nützlichste. Laut BBK hilft eine ausgedruckte oder handschriftliche Liste mit wichtigen Nummern, wenn Sie nicht auf Ihre digital gespeicherten Kontakte zugreifen können. Das kann ein leeres Handy sein, ein verlorenes Gerät oder ein gesperrter Zugang. Legen Sie die Liste an einen Ort, an dem alle im Haushalt sie finden, idealerweise neben das Radio. Welche Nummern darauf gehören, entscheiden Sie selbst.
Warnwege im Überblick: Wie Sie gewarnt werden können
In Deutschland wird laut BBK über eine Vielzahl technischer Kanäle gewarnt. Dieser Mix aus Warnkanälen ermöglicht den warnenden Stellen, mehr Menschen zu erreichen als mit einem einzigen Kanal. Fällt ein Kanal aus, wird gleichzeitig über weitere gewarnt. Zu den Kanälen zählen laut BBK unter anderem Radio, Fernsehen, Online-Angebote wie warnung.bund.de, Warn-Apps, Cell Broadcast und Sirenen. Wir stellen die für das Thema Radio wichtigsten Wege nebeneinander.
| Warnweg | Was Sie brauchen | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| Radio | Ein Radiogerät mit Strom (Netz, Batterie oder Akku) und ein sendender Sender. | Kann Informationen auch dann liefern, wenn Mobilfunk und Internet gestört sind; ein Sender muss senden. Analog und digital (DAB+). |
| Warn-App (z. B. NINA) | Smartphone, installierte App, abonnierte Orte. | Ohne Abonnement keine Warnung; fällt das Mobilfunknetz oder das Internet aus, fallen laut BBK auch Warn-Apps aus. |
| Cell Broadcast | Ein eingeschaltetes Handy, nicht im Flugmodus, mit Android ab Version 11 oder iOS ab Version 16.1. | Setzt eine funktionierende Funkzelle voraus. Keine App und keine Anmeldung nötig. Nur Text, höchstens 500 Zeichen, mit Link zum Bundeswarnportal. |
| Sirene | Kein Gerät; die Sirene ist im Ort zu hören. | Laut, aber nur einzelne Signalfolgen; der Informationsgehalt einer Meldung in App oder Radio ist laut BBK deutlich höher. |
Aus der Tabelle ergibt sich, warum das BBK von einem Mix spricht. Jeder Weg hat Voraussetzungen, und keiner gilt allein für alle Lagen. Cell Broadcast wurde laut BBK in Deutschland zum 23.02.2023 eingeführt und ergänzt den vorhandenen Warnmix. Das BBK empfiehlt weiterhin die Installation der Warn-App, sofern dies möglich ist. Cell Broadcast arbeitet mit dem Betriebssystem Ihres Geräts und erfordert keine App-Installation. Ältere Mobilfunkgeräte müssen laut BBK für den Empfang gegebenenfalls ertüchtigt werden.
Das Radio hat darin eine eigene Rolle, die wir so zusammenfassen: Ein Radio ist ein zusätzlicher Weg neben Warn-App, Cell Broadcast und Sirenen – kein Ersatz. Es kann auch dann Informationen liefern, wenn Mobilfunk und Internet gestört sind, vorausgesetzt der Sender sendet und das Gerät hat Strom. Zur Abdeckung einzelner Kanäle machen wir keine Aussagen, denn auch das BBK formuliert vorsichtig: Je mehr Kanäle genutzt werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Warnung wahrgenommen wird.
Der Warntag als Anlass zum Ausprobieren
Der bundesweite Warntag findet laut BBK in der Regel jährlich am zweiten Donnerstag im September statt. 2026 war dies der 10. September; der nächste Warntag ist am 9. September 2027. Ab 11:00 Uhr wird eine Probewarnung über das Modulare Warnsystem (MoWaS) an angeschlossene Warnmultiplikatoren geschickt, zum Beispiel an Rundfunksender und App-Server. Zugang zu MoWaS haben ausschließlich Behörden. Die Teilnahme der Kommunen am Warntag ist freiwillig; ob in Ihrer Gemeinde etwa Sirenen zu hören sind, kann deshalb unterschiedlich sein.
Für Ihre Vorbereitung ist der Warntag ein praktischer Termin. Sie können prüfen, ob die Warn-App eine Meldung anzeigt, ob Ihr Handy die Probewarnung per Cell Broadcast empfängt, und Sie können das Radio einschalten und hören, ob die Probewarnung gesendet wird. Wenn etwas nicht klappt, haben Sie Zeit, es in Ruhe zu klären: Orte nachträglich abonnieren, das Betriebssystem aktualisieren, den Akku laden. Das BBK weist außerdem darauf hin, dass laute Warnsignale vor allem bei Kindern Angst auslösen können. Sprechen Sie deshalb vorab darüber, was an diesem Tag geschieht.
Prüfkarte zum Ausdrucken: Informieren und Warnen
Die folgende Prüfkarte ist unsere eigene Zusammenstellung, nicht Teil der BBK-Checkliste. Sie übersetzt die vier BBK-Zeilen in Punkte, die Sie abhaken können, und ergänzt zwei praktische Prüfungen: Funktion des Radios und Zustand des Handys. Ausdrucken können Sie die Karte über den Browser; die Druckansicht zeigt sie schwarz auf weiß mit Kästchen.
Prüfkarte: Informieren und Warnen
Zum Ausdrucken: Strg + P (Windows) bzw. ⌘ + P (Mac). Die Druckansicht zeigt die Liste schwarz auf weiß mit Kästchen.
- Radio bereit: Das Gerät liegt an einem festen Platz, Netzteil, USB-Kabel und gegebenenfalls Batterien liegen dabei.
- Funktion geprüft: Das Radio ist eingeschaltet worden, ein Sender ist eingestellt und hörbar, der Akku ist geladen.
- Warn-App installiert: Die App ist auf dem Smartphone vorhanden und die Orte, für die Sie gewarnt werden möchten, sind abonniert.
- Handy aktuell: Das Betriebssystem ist mindestens Android 11 oder iOS 16.1 (Voraussetzung laut BBK, Stand 15.10.2026), damit Cell Broadcast empfangen werden kann.
- Powerbank geladen: Eine aufgeladene Powerbank liegt bereit.
- Kontakte auf Papier: Eine Liste wichtiger Telefonnummern liegt ausgedruckt oder handschriftlich vor.
Gehen Sie die Punkte der Reihe nach durch und tragen Sie das Datum auf der Karte ein. Beim Radio geht es um die Funktionsprobe: einschalten, einen Sender einstellen, den Ladezustand prüfen. Wie das Einstellen bei UKW gelingt, steht in der Anleitung UKW-Sender einstellen: Skala lesen, Sender finden. Und wenn der Empfang zu Hause nicht gut ist, finden Sie Hilfe unter Kurbelradio Empfang verbessern: praktische Tipps. Falls Sie unsicher sind, was bei Abkürzungen wie NINA, MoWaS oder DAB+ gemeint ist, schlägt das Glossar Notfallradio und Funk nach.
Was wir bewusst nicht behandeln
Diese Seite beschränkt sich auf das Informieren und Warnen. Alles, was darüber hinausgeht, steht im Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ des BBK und in den dortigen Checklisten. Wir übernehmen daraus keine Listen, keine Mengenangaben und keine Zeiträume. Das hat einen einfachen Grund: Die Angaben sind individuell und gehören in die Hand der zuständigen Behörde, nicht in die eines Radio-Ratgebers. Wer eine Gesamtübersicht möchte, ist beim BBK an der richtigen Stelle.
Auch zu den Geräten selbst machen wir hier keine Empfehlungen. Wenn Sie ein Radio suchen, das die erste Zeile der Checkliste erfüllt, finden Sie unter Kurbelradios im Vergleich eine Auswahl mit Merkmalen aus dem Katalog, und die Kaufhilfe führt über Ihre Anforderungen zum passenden Gerätetyp. Wo Produkte gezeigt werden, steht davor ein Werbehinweis, und es gilt: Wir verkaufen nicht selbst; Links führen zu Amazon.
Diese Seite enthält allgemeine Informationen. Sie ersetzt weder die Betriebsanleitung Ihres Geräts noch die Empfehlungen und Warnmeldungen der zuständigen Behörden oder den Rat einer Fachstelle. Eine Gewähr übernehmen wir nicht; im Zweifel wenden Sie sich an den Hersteller oder eine Fachstelle.
Quellen und Stand
Geprüft/aktualisiert: 15.10.2026· Quellen (8)· redaktionell recherchiert, keine Produkttests
- Ratgeber: Vorsorgen für Krisen und Katastrophen (Ratgeber-Seite mit Hinweis zur Verbindlichkeit) – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) (abgerufen 15.10.2026)
- Checklisten zur Vorsorge für Krisen und Katastrophen (Kompakt-Checklisten, PDF, Datei vom 04.12.2025) – BBK (abgerufen 15.10.2026)
- In der Krise informiert sein – BBK (abgerufen 15.10.2026)
- Vorsorge und Handeln bei Stromausfall – BBK (abgerufen 15.10.2026)
- So werden Sie gewarnt – BBK (abgerufen 15.10.2026)
- Cell Broadcast – BBK (abgerufen 15.10.2026)
- Warn-App NINA – BBK (abgerufen 15.10.2026)
- Bundesweiter Warntag – BBK (abgerufen 15.10.2026)