Ratgeber · Empfang verstehen

DAB+ oder UKW im Notfallradio?

Zwei Empfangsarten, ein Radio: Wie UKW und DAB+ arbeiten, wo ihre Stärken liegen, was zur UKW-Abschaltung belegt ist und was die Warnfunktion ASA bedeutet.

UKW-Frequenzskala von 87,5 bis 108 Megahertz Skalenstriche in Schritten von 0,5 Megahertz, Beschriftung alle 2 Megahertz. Ein gelber Zeiger steht bei 91,2 Megahertz. Die Zeigerstellung ist gestalterisch und sagt nichts über den Empfang aus. 889092949698100102104106108 MHz UKW

Geprüft/aktualisiert: · Quellen (9) · redaktionell recherchiert

Kurzantwort

Kurz

UKW ist die analoge, seit langem eingeführte Empfangsart im Bereich 87,5 bis 108,0 MHz; DAB+ ist digitales Radio und soll UKW langfristig ablösen. Aktuelle Digitalradios empfangen laut dabplus.de weiterhin auch UKW. Ein bundesweites Datum für das Ende von UKW gibt es nicht; regional ist der Umstieg aber im Gang. Für ein Notfallradio zählt, welche Bänder Ihr Gerät empfängt und was an Ihrem Wohnort tatsächlich zu hören ist.

Hinweis

Ein Radio ist ein zusätzlicher Weg neben Warn-App, Cell Broadcast und Sirenen – kein Ersatz. Es kann auch dann Informationen liefern, wenn Mobilfunk und Internet gestört sind, vorausgesetzt der Sender sendet und das Gerät hat Strom.

Warum die Frage für ein Notfallradio wichtig ist

Wer ein Kurbelradio kauft, stößt schnell auf Angaben wie „UKW“, „FM“ oder „DAB+“. Gemeint sind Empfangsarten, und sie entscheiden darüber, welche Sender das Gerät überhaupt wiedergeben kann. Für ein Gerät, das bei einem Stromausfall Informationen liefern soll, ist das keine Nebensache. Schließlich hilft ein Radio wenig, wenn es keinen der Sender empfängt, die Sie hören möchten.

Die gute Nachricht: Die Entscheidung ist weniger dramatisch, als sie klingt. Beide Empfangsarten existieren nebeneinander, und ein aktuelles Digitalradio empfängt laut dabplus.de auch UKW. Die folgenden Abschnitte erklären beide Verfahren, ordnen die Aussagen zur UKW-Abschaltung ein und zeigen, worauf Sie bei der Gerätewahl achten. Einen Überblick über alle Themen bietet der Kurbelradio-Ratgeber.

UKW: die bekannte analoge Empfangsart

Der UKW-Rundfunk arbeitet laut Bundesnetzagentur im Frequenzbereich von 87,5 bis 108,0 MHz. Die Sender sind frequenzmoduliert, daher stammt die Abkürzung „FM“, die Sie auf vielen Geräten und in vielen Produkttiteln finden: „FM“ und „UKW“ meinen dasselbe. Auf der Skala eines Radios sehen Sie genau diesen Bereich; wie Sie ihn lesen und einen Sender einstellen, erklärt die Seite UKW-Sender einstellen: Skala lesen und Sender finden.

Ein Merkmal von UKW ist das Verhalten bei schwachem Signal. Laut dabplus.de rauscht ein schwacher UKW-Sender zwar, bleibt aber hörbar. Das ist für ein Notfallradio ein relevanter Punkt: Auch ein verrauschter Sender kann noch Informationen transportieren. Diese Beschreibung stammt vom Branchenportal dabplus.de, nicht von einer Behörde, und wir geben sie deshalb mit Quelle wieder.

Die Bundesnetzagentur formuliert zudem, dass der analoge UKW-Rundfunk langfristig durch das bereits parallel betriebene digitale Übertragungsverfahren DAB abgelöst werden soll. „Langfristig“ ist dabei die einzige zeitliche Angabe; ein Datum nennt die Aussage nicht. Dazu mehr im Abschnitt zur Abschaltung.

DAB+: digitales Radio vom Sendemast

DAB+ ist laut dabplus.de digital-terrestrisches Radio, also digitales Radio vom Sendemast zum Empfängergerät, und gilt dort als Nachfolger von UKW. Auf einem Frequenzblock können mehrere Programme verbreitet werden. Beim ersten Einschalten startet das Gerät automatisch einen Sendersuchlauf; diesen können Sie später wiederholen. Die Bundesnetzagentur nennt außerdem, dass DAB-Sender andere Frequenzbereiche nutzen als UKW. Genaue Frequenzen brauchen Sie für die Bedienung nicht, weil das Radio sie selbst sucht.

Auffällig ist das Verhalten bei schwachem Signal. Während UKW rauscht, aber hörbar bleibt, „springt“ DAB+ laut dabplus.de: Bei starkem Signal klingt es sehr gut, bei schwachem kommt es zu Aussetzern, Stille oder Datenbrüchen. Das ist keine Wertung, sondern eine Eigenheit digitaler Übertragung. Sie sollten sie kennen, wenn Sie ein Radio für Orte mit schwierigem Empfang suchen.

Wie gut DAB+ an Ihrem Wohnort funktioniert, hängt vom Standort ab. Wir nennen bewusst keine Abdeckungsprozente, weil sie regional unterschiedlich sind und schnell veralten. Stattdessen verweist dabplus.de auf die Empfangsprognose, die Sie je Postleitzahl abrufen können: Sie prüfen damit den Empfang an Ihrem Standort. Zum UKW-Empfang solcher Geräte heißt es bei dabplus.de wörtlich: „Alle aktuellen Digitalradios empfangen neben DAB+ auch weiterhin UKW.“ Die Verbraucherzentrale hält ebenfalls fest, dass alle DAB+-Geräte UKW beherrschen. Beides sind Aussagen von Sekundärquellen; für ein konkretes Gerät zählt die Herstellerangabe.

UKW und DAB+ im direkten Vergleich

Die Tabelle fasst die belegten Unterschiede zusammen. Sie enthält keine Bewertung, welche Empfangsart „besser“ sei, denn das hängt von Wohnort, Gerät und Gewohnheit ab.

UKW und DAB+ im Vergleich (qualitativ, mit Quelle)
AspektUKWDAB+
VerfahrenAnalog, frequenzmoduliert (Bundesnetzagentur)Digital-terrestrisch (dabplus.de)
Bereich87,5 bis 108,0 MHz (Bundesnetzagentur)Andere Frequenzbereiche als UKW (Bundesnetzagentur)
ProgrammeKeine Angabe in den QuellenMehrere Programme auf einem Frequenzblock (dabplus.de)
Schwaches SignalRauscht, bleibt aber hörbar (dabplus.de)Aussetzer, Stille oder Datenbrüche (dabplus.de)
SendersucheManuell oder per Suchlauf, je nach Gerät laut BetriebsanleitungAutomatischer Sendersuchlauf bei Inbetriebnahme (dabplus.de)
Empfang prüfenAusprobieren am StandortEmpfangsprognose je Postleitzahl auf dabplus.de
GeräteUKW-Radios dürfen weiter benutzt werden (Verbraucherzentrale)Aktuelle Digitalradios empfangen auch UKW (dabplus.de)

Ein Vergleichspunkt fehlt in der Tabelle absichtlich: der Stromverbrauch des Empfängers. Dafür gibt es keine belegte Quelle, und er kann je nach Gerät unterschiedlich sein. Prüfen Sie dazu die Herstellerangabe. Ebenso wenig bewerten wir eine der Empfangsarten unter Umweltgesichtspunkten; dafür gibt es keinen belegten Gerätevergleich.

Empfang prüfen und verbessern

Egal ob UKW oder DAB+: Gute Ergebnisse hängen auch vom Aufstellort ab. Laut dabplus.de kann in einigen Fällen allein das Neigen der Empfangsantenne den Empfang verbessern; die Quelle bezieht sich auf DAB+, der Hinweis ist aber häufig auch bei UKW hilfreich. In Innenräumen fällt zusätzlich die Gebäudedämpfung ins Gewicht, etwa durch Stahlträger, benachbarte Häuser oder bedampfte Scheiben, wie bei herkömmlichem UKW-Empfang auch.

Weiterhin können laut dabplus.de schlecht abgeschirmte elektromagnetische Geräte, Kabelanlagen oder LED-Leuchten den Empfang beeinträchtigen. Im Falle von Störungen sollte ein besserer Platz für das Radio oder die Antenne gesucht werden, zum Beispiel in Fensternähe. Ein Radio in Fensternähe ermöglicht bei DAB+ häufig ein größeres Angebot. Auch Ladegeräte und andere Elektronik in unmittelbarer Nähe können stören, Abstand hilft (laut dabplus.de für DAB+ beschrieben). Ergänzend gilt: Je besser die Empfangstechnik eines DAB+-Radios, desto unwahrscheinlicher ist laut dabplus.de eine Empfangsstörung.

Wer ein Gerät für Orte mit schwierigem Empfang sucht, findet weitere praktische Schritte im Beitrag Kurbelradio ohne Empfang? So verbessern Sie den Empfang. Dort geht es um Standort, Antenne und Störquellen, und die Hinweise gelten für beide Empfangsarten.

UKW-Abschaltung: was belegt ist

Die Frage nach dem Ende von UKW wird oft mit Jahreszahlen beantwortet, die sich widersprechen. Wir nennen deshalb keine bundesweite Zahl und geben stattdessen nur wieder, was sich belegen lässt. Der Stand der folgenden Aussage ist der 15.10.2026; er kann sich ändern.

Ein bundesweites Datum für das Ende von UKW gibt es nach Angaben von Digitalradio Deutschland (dabplus.de) nicht; die Verbraucherzentrale spricht von bisher nur vereinzelten Abschaltplänen. Regional ist der Umstieg aber im Gang: In Schleswig-Holstein haben sich Sender, Landesregierung und Landesmedienanstalt laut Landesregierung darauf verständigt, die UKW-Verbreitung von 2025 bis 2031 schrittweise zu beenden; der Parallelbetrieb soll dort bis Mitte 2031 auslaufen. Der MDR hat laut dabplus.de zum 1. September 2026 zehn leistungsschwache UKW-Frequenzen an sechs Standorten dauerhaft abgeschaltet. Prüfen Sie den Stand für Ihre Region beim jeweiligen Sender. (Stand: 15.10.2026)

Für Ihre Praxis heißt das: Ob und wann UKW an Ihrem Wohnort endet, hängt von Ihrer Region und Ihren Sendern ab. Einen verlässlichen Termin für ganz Deutschland gibt es nach den uns vorliegenden Quellen nicht, und wir erfinden keinen. Sinnvoll ist, den Stand regelmäßig beim Sender nachzusehen, den Sie hören. Wer ein Radio kauft, kann sich mit einem Gerät, das beide Empfangsarten kann, auf beide Fälle einstellen.

Dass sich ein bestehendes UKW-Radio zunächst weiter nutzen lässt, bestätigt die Verbraucherzentrale: Wenn Ihr UKW-Radio noch funktioniert, können Sie es weiterhin nutzen. Das ist eine Aussage über den Moment, keine Zusage für die Zukunft.

Digitalradio-Pflicht in einem Satz

Neue Radiogeräte für Verbraucher, die den Programmnamen anzeigen können, müssen laut § 75 Abs. 4 TKG einen Empfänger für digitalen Hörfunk enthalten (Stand: 15.10.2026); für Radios ohne Programmnamen-Anzeige gilt das nicht. UKW-Radios dürfen weiter benutzt werden. Ob ein bestimmtes Kurbelradio unter diese Regelung fällt, beurteilen wir nicht; das ist Sache des Herstellers, und im Zweifel gilt die Herstellerangabe. Dieser Absatz ist keine Rechtsberatung.

Warnfunktion ASA: was sie kann und was nicht

Für DAB+ gibt es seit 2026 die Warnfunktion „Automatic Safety Alert“ (ASA): Laut Verbraucherzentrale (Stand 07.09.2026) schaltet sich ein ASA-zertifiziertes Radio bei einer amtlichen Warnung auch aus dem Standby ein und gibt die Meldung wieder. Das funktioniert nur mit Geräten, die das ASA-Logo tragen, und nur, solange das Gerät mit Strom versorgt ist (Netz oder Batterie); ein ausgeschaltetes, stromloses Gerät kann nicht wecken. Nachrüsten lässt sich die Funktion nicht. Ob ein bestimmtes Kurbelradio ASA unterstützt, steht nur in der Herstellerangabe.

Wichtig ist die Einordnung: ASA ist eine zusätzliche Funktion einzelner DAB+-Geräte und kein Ersatz für Warn-App oder Cell Broadcast. Die Warnung läuft im Mix, nicht über einen einzigen Kanal. Ein Radio mit dieser Funktion kann einen weiteren Weg eröffnen; es ersetzt die anderen nicht. Eine Aussage, welches Kurbelradio die Funktion hat, treffen wir nicht, und wir behaupten auch nicht, dass Radios mit DAB+ grundsätzlich warnen. Maßgeblich ist, was der Hersteller für das jeweilige Gerät angibt.

Was das für die Gerätewahl heißt

Aus dem Gesagten ergeben sich ein paar einfache Kriterien. Erstens: Prüfen Sie den Produkttitel auf die Bänder. Steht dort „DAB+“, empfängt das Gerät laut Titel DAB+. Steht dort nur „FM“ oder „AM/FM“, ist es ein UKW-Radio. Manche Geräte im Katalog nennen laut Titel nur AM/FM; das ist kein Mangel, sondern eine Eigenschaft, die zu Ihrem Wohnort passen kann, etwa wenn DAB+ dort kaum zu empfangen ist.

Zweitens: Prüfen Sie vor dem Kauf die Empfangsprognose für Ihre Postleitzahl bei dabplus.de. Sie zeigt, ob DAB+ an Ihrem Standort realistisch ist. Drittens: Wenn Sie beide Wege offenhalten möchten, wählen Sie ein Gerät, das laut Titel beide Bänder beherrscht; dann bleibt Ihnen der jeweils andere Weg, wenn eine Empfangsart am Standort schwach ist. Viertens: Ob eine Warnfunktion wie ASA vorhanden ist, steht nur in der Herstellerangabe.

Weitere Kriterien wie Bedienung, Ladewege und Zubehör behandelt die Kaufhilfe, die Auswahl im Katalog zeigt Kurbelradios im Vergleich, welche Hersteller dort mit mehreren Geräten vertreten sind, listet die Herstellerübersicht, und unbekannte Begriffe klärt das Glossar. Wie das Radio im Ernstfall in die übrigen Warnwege passt, beschreibt Notfallvorsorge: Informieren und Warnen, und was bei Stromausfall konkret zählt, steht unter Radio bei Stromausfall.

Diese Seite enthält allgemeine Informationen. Sie ersetzt weder die Betriebsanleitung Ihres Geräts noch die Empfehlungen und Warnmeldungen der zuständigen Behörden oder den Rat einer Fachstelle. Eine Gewähr übernehmen wir nicht; im Zweifel wenden Sie sich an den Hersteller oder eine Fachstelle.

Quellen und Stand

Geprüft/aktualisiert: 15.10.2026· Quellen (9)· redaktionell recherchiert, keine Produkttests

  1. So werden Sie gewarnt – Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) (abgerufen 15.10.2026)
  2. FAQ zu Rundfunk (UKW und DAB) – Bundesnetzagentur (abgerufen 15.10.2026)
  3. Häufige Fragen zu DAB+ (inkl. Empfangsprognose) – Digitalradio Deutschland (dabplus.de) (abgerufen 15.10.2026)
  4. Das Ohr des Radios (Beitrag vom 25.02.2026) – Digitalradio Deutschland (dabplus.de) (abgerufen 15.10.2026)
  5. DAB+ in Sachsen und Thüringen: MDR stellt regional auf rein digitale Radioverbreitung um (Beitrag vom 05.08.2026) – Digitalradio Deutschland (dabplus.de) (abgerufen 15.10.2026)
  6. Digitalradio in Schleswig-Holstein – Landesregierung Schleswig-Holstein (abgerufen 15.10.2026)
  7. DAB+-Pflicht: Das gilt für Radios im Auto und Zuhause (Seitenstand 28.07.2026) – Verbraucherzentrale (abgerufen 15.10.2026)
  8. Automatic Safety Alert (ASA): Das neue Warnsystem im DAB+ Digitalradio (Stand 07.09.2026) – Verbraucherzentrale (abgerufen 15.10.2026)
  9. Telekommunikationsgesetz (TKG), § 75 – Gesetze im Internet (abgerufen 15.10.2026)